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  Vermehrung und Aufzucht 2
 
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Die Aufzucht philippinischer Orchideen 2

Sie beginnt mit dem „Eintopfen“.  Hier wählt man entweder Holzkohle oder Kokosfasern als Substrat, oder mischt beide. Es kommt darauf an, wie und wo man die Orchidee spätern kultivieren will, jedoch auch auf die Größe der ausgewachsenen Pflanze.

Die schnellste Methode ist das Einbringen in ein Tongefäß, welches man mit Holzkohle befüllt und dann den Ableger vorsichtig mit der Holzkohle umgibt. Da man die Orchideen hier grundsätzlich draußen im Garten oder auf der Terasse hält finde ich es jedoch schöner und natürlicher, anstatt des Tongefäßes die aufgebrochene äußere Hülle einer Kokosnuss zu verwenden.

Auf dem folgenden Bild ist eine Jungpflanze zu sehen, die in einer Kokosschale mit einem Gemisch aus Holzkohle und Kokosfasern eingepflanzt wurde.



dies ist nun die gleiche Pflanze nach einigen Monaten. Sie hat sich sehr gut entwickelt und ist auf dem besten Weg eine wunderschöne Orchidee mit hoffentlich vielen Blüten zu werden.



Hat man sich für die Kultivierung in einer Kokosschale entschieden, oder will nur das Wurzelwerk der Ableger mit Kokosfasern umwickeln, (zumeist bei größeren Orchideen die später direkt an einem Baum befestigt werden) so ist einige Vorarbeit notwendig.

Hat man gleich mehrere Ableger auf diese Art zu „verarbeiten“,

wie in diesem Fall (eine Freundin hat mir diese Ableger von Davao mitgebracht, darunter auch zwei Waling Waling!!)


so muss man schon mal einen freien Tag opfern, da das alles sehr zeitraubend und zudem kräftezehrend ist. Die Kokosnuss muss erst einmal aufgebrochen und die eigentliche Nuss entfernt werden. Um die Kokosfasern nachher als Substrat zu verwenden muss man nun die Fasern aus der Schale lösen und separieren. An den Schalen die nachher als Pflanzschale verwendet werden müssen die oberen Ecken entfernt werden, damit genug platz für die Pflanze bleibt. Danach flechtet man sie mit einem Bindedraht so zurecht, dass der Ableger, umwickelt mit Kokosfasern, hereingesteckt werden kann. Den Rest füllt man dann entweder nur mit Kokosfasern auf, oder aus einem Gemisch von Kokosfasern und Holzkohle. Anschließend zieht man die äußere Hülle mittels des eingeflochtenen Drahts zusammen. Nun kann man sie an einem Baum befestigen, oder als Hängeampel verwenden.

Dies differert natürlich zu der in Europa üblichen Methode, da man nicht, mal eben, auf die natürlichen, hier auf den Philippinen jedoch üblichen Materialien zurück greifen kann.

Zu der Kokosschalenmethode noch eine kurze Anmerkung. In Europa bekommt man Kokosschalen meist nur in kleinen Stücken (sogenannten Coconut Husks). Diese Kokosstücke sind für die Kultur gut geeignet wenn man sie vorher gründlich auswäscht. Unterlässt man das Auswaschen, dann sind Wurzelschäden vorprogrammiert !!! Das liegt daran, dass die Kokosschalen oft Kontakt zum Meerwasser hatten und die hohe Salzkonzentration nicht gut für die Wurzeln ist.


Dies nur als Anmerkung für diejenigen, die in Europa diese Anpflanzmethode nachahmen wollen.

Diese Arbeit stelle ich einmal in einer kleinen Bildergalerie vor.













So sieht dann das Ergebnis aus.


Um Orchideenableger direkt an einem Baum zu platzieren bedarf es da weniger Arbeit.


Man nimmt den Ableger und wickelt ihn fest in Kokosfasern ein




Dann sucht man einen geigneten Platz der den Lichtansprüchen der Orchidee entspricht. Ein Baum, eine Wurzel oder gar ein Mauervorsprung kann als "Haftgrund" geeignet sein und befestigt dort den Ableger.

Hat man den richtigen Platz gefunden und gießt den Ableger in der Trockenzeit regelmäßig einmal am Tag, so kann man früher oder später die ersten Erfolge sehen.

Der Ableger zeigt eine gesund Farbe und es wachsen die ersten Luftwurzel, ein sicheres Zeichen dass man bisher alles richtig gemacht hat.



Bei diesem Ableger hat sich nach kurzer Zeit ein Blütenstand gebildet. Die erste blüte öffnet sich gerade, jedoch kann man noch nicht erkennen welche Farbe sie haben wird.



Im Hintergrund sind noch einige erst kürzlich angepflanzte Ableger zu sehen, die auch schon die ersten Reaktionen zeigen. Also kann ich hoffen, dass meine Arbeit von Erfolg gekrönt sein wird.

Noch sieht das alles ein wenig künstlich aus, aber mit der Zeit weden die Kokosfasern verrotten und sich die Orchideen mit ihren Wurzeln am "Untergrund" festklammern.

Auf dem folgenden Bild kann man sehen wie die Orchidee versucht, nach Austritt aus der Pflanzschale, an ihrem Wirtsbaum halt zu finden.





Eine kleine Dokumentation der großen
Arachnis flos - aeris die ich erfolgreich "adoptiert" habe.

Hier die Mutterpflanze. Sie hat gigantische Ausmaße und ich konnte mir ein paar Ableger entnehmen.




Nach dem entnehmen der Ableger sind wir wie vorher beschrieben vorgegangen. Mit der Zeit bekommt man Routine und es sitzt jeder Handgriff, immer nach dem gleichen Schema: Ableger entnehmen, in Kokosfasern einwickeln und einbinden. Dann den geeigneten Platz suchen und den Ableger dort positionieren. Dann Abwarten wie das Ergebnis aussieht.










Wie man sieht ist es garnicht so schwierig auch größere Orchideen erfolgreich zu Vermehren. Kommt man an geeignete Ableger (man entwickelt mit der Zeit einen dritten Sinn dafür) so sollte man es immer wieder versuchen. Wir haben hier im laufe der Zeit die Methode bis faßt zur Perfektion weiterentwickelt, so dass wir kaum nennenswerte Ausfälle haben.

Es lohnt sich auf jeden Fall, wie man auf diesem Bild sehen kann.







 
  (c) by red-schumi  
 
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